Der Eremit trägt die Zahl IX. Er steht allein auf einem Berg, in der Hand eine Laterne, in der ein Stern leuchtet. Er sucht nicht nach draußen, er leuchtet den Weg, den er schon geht. Viele erschrecken, wenn diese Karte erscheint, weil sie nach Einsamkeit klingt. Doch der Eremit ist nicht einsam. Er ist bei sich.
Rückzug als Kraft
In einer Zeit, in der ständig etwas auf uns einströmt, ist Rückzug fast ein Akt des Mutes. Der Eremit lädt ein, Geräusche leiser zu drehen: weniger Meinungen, weniger Bildschirm, mehr eigenes Lauschen. Erst wenn es still wird, hört man die eigene innere Stimme wieder.
Die Laterne
Das Licht des Eremiten reicht nicht weit, nur ein paar Schritte. Aber es reicht, um den nächsten Schritt zu sehen. Das ist seine eigentliche Botschaft: Du musst nicht den ganzen Weg kennen. Es genügt, dem Licht zu vertrauen, das du schon trägst.
Der Eremit im Medizinrad
Im Tarot-Medizinrad weist der Eremit auf einen Bereich hin, in dem Einkehr gerade wichtiger ist als Handeln. Er fühlt sich im Norden, bei der Weisheit, und im Westen, bei der Innenschau, besonders zuhause. Erscheint er dort, ist das oft eine Bestätigung, dass du dir die Zeit nehmen darfst, die du brauchst.
Eine kleine Übung
Nimm dir diese Woche eine Stunde ohne Handy und ohne Ziel. Ein Spaziergang, ein Platz am Fenster, eine Kerze. Am Ende schreibst du einen Satz auf: Was ist mir in der Stille begegnet?
Zum Weitergehen: Lies im Kartenlexikon mehr über den Eremiten oder lege mit der Standortbestimmung dein eigenes Rad.
